Halbjahresfinanzbericht 2017

Brief an die Aktionäre

 
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Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ BANK

die DZ BANK Gruppe hat im ersten Halbjahr 2017 dank eines weiter wachsenden Zuspruchs ihrer Kunden einen guten Geschäftsverlauf verzeichnet. Diese positive Entwicklung haben wir in einem herausfordernden Umfeld und parallel zu den zügig verlaufenden Integrationsarbeiten nach unserer Fusion genommen.

Zugleich hatten wir im Berichtszeitraum eine stark erhöhte Risikovorsorge in der Schiffsfinanzierung bei der DVB Bank zu verarbeiten. Das erreichte Vorsteuerergebnis von 939 Millionen Euro ist vor diesem Hintergrund umso mehr ein Ausdruck der Stärke unserer Institutsgruppe insgesamt.

Im vorliegenden Halbjahresfinanzbericht ist zudem erstmals in allen regulären Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung die Entwicklung der fusionierten Bank vollständig enthalten. Das Zahlenwerk ist insofern nicht mit den Vorjahreswerten vergleichbar.

Die Ergebnisse im Einzelnen: Der Zinsüberschuss der DZ BANK Gruppe lag bei 1,43 Milliarden Euro und spiegelt neben Fusionseffekten eine gute Entwicklung im Privat- und Firmenkundengeschäft der DZ BANK Gruppe wider. Die Begleitung von Firmenkunden ins Ausland haben wir mit einer neuen Repräsentanz in Jakarta zuletzt weiter gestärkt. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich auf 396 Millionen Euro und ist im Wesentlichen geprägt durch die hohe Zuführung zur Risikovorsorge der DVB Bank. Ursächlich dafür war eine weitere Verschärfung der Marktsituation aufgrund von Überkapazitäten in Teilbereichen des maritimen Sektors. In allen anderen Gruppenunternehmen blieb die Risikovorsorge unauffällig. Der Provisionsüberschuss erreichte 977 Millionen Euro und profitierte von einem abermals sehr guten Geschäftsverlauf bei der Union Investment. Das Handelsergebnis lag bei 304 Millionen Euro und reflektiert primär eine zufriedenstellende Entwicklung im Kapitalmarktgeschäft der DZ BANK AG. Im Vorjahr waren hier zusätzlich hohe positive Sondereffekte enthalten. Das Ergebnis aus Finanzanlagen belief sich auf 88 Millionen Euro. Das Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft erreichte 451 Millionen Euro, wobei die R+V die verdienten Beiträge aus dem Versicherungsgeschäft weiter steigern konnte, während das Kapitalanlageergebnis auf hohem Niveau rückläufig war. Die Verwaltungsaufwendungen in der DZ BANK Gruppe summierten sich auf 1,94 Milliarden Euro. Neben Fusionseffekten wirkten hier die fortgesetzten Investitionen in unser Kundengeschäft sowie unverändert ein erheblicher Aufwand für regulatorisch bedingte IT- und Projektkosten. Das „Ergebnis aus Unternehmenszusammenschluss WGZ BANK“ lag bei minus 58 Millionen Euro und enthielt Integrations- und Migrationsaufwendungen, während im Vorjahreswert von plus 363 Millionen Euro hohe positive Bewertungseffekte inkludiert waren.

Der positive Geschäftsverlauf ist Ausdruck der großen Leistungsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DZ BANK Gruppe. Ihnen sprechen meine Vorstandskollegen und ich unseren herzlichen Dank aus.

Die Kapitalbasis der DZ BANK Gruppe befindet sich dank eines unverändert sorgsamen Managements der Risikoaktiva weiterhin auf sehr solidem Niveau. Die harte Kernkapitalquote der DZ BANK Gruppe lag zum 30. Juni 2017 unter Vollanwendung der CRR bei 13,0 Prozent (31.12.2016: 14,5 Prozent). Dieser bereits bekannte Rückgang resultiert aus der veränderten aufsichtsrechtlichen Behandlung der Versicherungsbeteiligung in der Kapitalrechnung.

Für das zweite Halbjahr gehen wir von positiven konjunkturellen Impulsen aus. In Deutschland erwarten wir für das Jahr 2017 ein robustes Wachstum von zwei Prozent. Unser angestrebtes Jahresergebnis am unteren Ende der nachhaltigen Ergebnisspanne von 1,5 bis zwei Milliarden Euro vor Steuern erscheint in diesem Umfeld weiterhin möglich, ist jedoch angesichts der erhöhten Risikovorsorge bei der DVB Bank ambitionierter geworden.

Im Blick nach vorn arbeiten wir kontinuierlich an der Zukunftsfestigkeit unserer Organisation. So können wir uns als fusionierte DZ BANK nach dem bevorstehenden Abschluss der IT-Migration noch stärker auf die Erschließung der Synergien konzentrieren. Im Immobiliengeschäft wird der Zusammenschluss von DG HYP und WL BANK zur vereinigten Immobilienbank DZ HYP unsere gute Marktposition untermauern. Das Projekt liegt voll im Plan. Und nicht zuletzt bereiten wir auf der Basis der Anfang Juli vorgelegten langfristigen Nachfolgeplanung innerhalb unseres Vorstandsteams die Weiterentwicklung unserer Strukturen vor.

Das erste Halbjahr 2017 ist mit dem anhaltenden Vertrauen unserer Kunden und der erkennbaren Stabilität unserer breit aufgestellten Allfinanzgruppe ein weiterer Beleg für die Schlüssigkeit unserer strategischen Ausrichtung. Sie gibt uns das Fundament für weiteres, zielgerichtetes Wachstum im Kundengeschäft.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Kirsch
Vorstandsvorsitzender